Pressestimmen zu Qualität macht Meister 2010:

 

  

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Ausgabe 10/2010

 

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Kommentar von Roland Brecheis

Qualität macht Meister

„Wenn wir Qualität zustande bringen, stellt sich das Wachstum von selbst ein.“

Diese Weisheit eines Unbekannten sollte uns gerade in Krisenzeiten wieder daran erinnern,dass Wachstum und Qualität zum einen keine Selbstläufer sind, zum anderen in einem unmittelbaren Zusammenhang zu sehen sind. Ohne Qualität gibt es kein nachhaltiges Wachstum. Qualität muss zustande gebracht, erzeugt, produziert werden, damit Bestand, Fortschritt, Wohlstand und letztlich Wachstum gesichert sind.

 

Dieses Denken in Qualitäten ist seit Jahrhunderten im Handwerksbereich fest verankert. Über die klassische Karriereleiter Lehrling – Geselle – Meister wurde und wird handwerkliches Wissen und Können weitergegeben. Jedoch haben in den letzten Jahren die „Mundwerker“ gegenüber den Handwerkern an Ansehen gewonnen.

 

Handwerk und die handwerkliche duale Ausbildung stehen im gesellschaftlichen Ranking des 21. Jahrhunderts nicht immer ganz oben auf den Hitlisten der Berufe. Obwohl im Handwerk, wie in kaum einem anderen Bereich, Fach-, Methoden-, Sozial und Humankompetenz, oder einfacher gesagt Kopf, Hand und Herz, zusammenspielen müssen, wenn die Arbeit gelingen soll. Gerade im Maler- und Lackiererhandwerk wurden in den vergangenen Jahren durch die handlungsorientierte Ausrichtung der Ausbildung wichtige Impulse für das praxisgerechte Erlernen fachlicher Fertigkeiten und Kenntnisse gegeben. Theorie und Praxis werden durch Kooperation der unterschiedlichen Lernorte Betrieb, Berufsschule und überbetrieblicher Unterweisung mehr und mehr verzahnt und ergänzen sich gegenseitig.

 

Farbige Berufe sind gefragt

 

Über bundeseinheitliche Gesellenprüfungen wird ein länderübergreifender Qualitätsstandard in der beruflichen Grundbildung gesichert.

 

Über 36.000 Lehrlinge im Maler- und Lackierergewerbe zeigen, dass die farbigen Berufe nach wie vor zu den zehn wichtigsten Ausbildungsberufen im Handwerk zählen.

 

Über 42.000 Betriebe sind als Dienstleister in Sachen Farbe und Gestaltung im Raum, an der Fassade oder im Ausbau am Markt tätig.

 

Die Zahlen machen deutlich, dass Qualitätssicherung und Kompetenzsteigerung von Auszubildenden wie Ausbildern nach wie vor Hauptaufgabe der beruflichen Bildung ist. Auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bildungsstrukturen im Handwerk sind nur mit dem Erhalt des Meisterprinzips möglich. Um den komplexer werdenden Anforderungen in sich verändernden Märkten – sei es im Bereich der energetischen Modernisierung von Gebäuden, dem Zusammenwachsen der Aufgabengebiete oder der Verantwortlichkeit gegenüber Mensch und Umwelt beim Einsatz von Werkstoffen und Arbeitsverfahren – gerecht zu werden, braucht das Maler- und Lackiererhandwerk Führungskräfte mit einem vielseitigen Profil. Es kann nicht politisches Ziel der Regierenden sein, dass in Zukunft immer mehr ungelernte Halbwissende Unwissende anlernen und ausbilden.

 

Wer soll letztlich dann noch wissen, was wer weiß? Und wer weiß, was man wissen sollte?

 

Die aktuelle Krise auf den Finanzmärkten hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, was geschieht, wenn Märkte dereguliert und liberalisiert werden. Für die Bewältigung der handwerklich-technischen, betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Praxisprobleme der Unternehmensführung brauchen wir beständige Regelwerke und verlässliche Rahmenbedingungen.

 

Das Handwerk braucht keine Rettungsschirme, aber ein stetiges Bekenntnis der politisch Verantwortlichen zum Meisterprinzip. Ein deutsches Sprichwort sagt: „Drei Dinge machen einen guten Meister: Wissen, Können und Wollen.“

 

Nachdem ich nicht daran zweifle, dass Wissen und Können auch in der Politik und bei Politikern vorhanden sind, bleibt zu hoffen, dass sie wollen!

 

Damit es auch in Zukunft heißt: Qualität macht Meister – Meister machen Qualität!

 

Zur Person

Roland Brecheis ist Landesinnungsmeister des Landungsinnungsverbands Bayern (seit 2008) und Vorstandsmitglied der Akademie des Maler- und Lackiererhandwerks. Der gelernte Maler- und Lackierermeister ist Mitinhaber und führt den elterlichen Betrieb in Hof/Saale. Seit 1999 ist er Vorsitzender im Bildungsausschuss im Hauptverband Farbe Gestaltung Bautenschutz. Neben vielen anderen berufspolitischen Aktivitäten war er maßgeblich an der Umsetzung des Strukturrahmens für das Maler- und Lackiererhandwerk, der Neuordnung der Ausbildungsordnung sowie der Novellierung der Meisterprüfungsverordnung beteiligt. Brecheis ist Mitglied im Berufsbildungsausschuss des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) und der Planungsgruppe Ausbildung beim DHKT.